Recap – Rundschau 2020

Die Rundschau 2020 fand am 24. Juni 2020, von 14.00 bis 15.00 Uhr online statt. Gezeigt wurden 21 Studierenden-Projekte aus den Bereichen Fotografie, Grafik, Audio & Video. Die Arbeiten sind in folgenden Lehrveranstaltungen entstanden:

Künstlerische Fotografie – Christa Amadea
Illustration – Judith Auer
Erzähltheorie – Stefanie Guserl
Sound I & II – Lukas Jakob Löcker
Medienkünstlerische Positionen – Anna Lerchbaumer
New Media Art – Technik, Kunst, Kultur – Anna Lerchbaumer
Video – Judith Zdesar

Texte zu den Arbeiten von den Studierenden.

Leitung: Univ. Ass. Lukas Jakob Löcker MA
Bearbeitung: Lena Pöschko

 

China, Den 25.11.2019 – Jana Simbürger

Was hier nur als Vorbereitung für eine typisch Chinesische große Hochzeitszeremonie gelten sollte, stellte bald schon die momentane Realitäteiner Hochzeit und großen Teilen der Weltbevölkerung dar, als COVID-19 begann sich auszubreiten. Kurz nach meiner Rückreise aus China am 16.Dezember 2019 trat durch das Corona-Virus der gesellschaftliche Ausnahmezustand ein. Distanzisolation, Mindestabstände, Begrenzungen und Masken in der Öffentlichkeit erlaubten nur noch Hochzeiten in reduzierter Gästezahl.

 

Layer Gray – Lena Pöschko

Diese 9-teilige Fotoserie wurde am Jahresanfang gemacht. Das Projekt ist in der Lehrveranstaltung „Künstlerische Fotografie“ im 3. Semester zum Thema „Layer Gray“ entstanden. Gearbeitet habe ich mit einer Hasselblad und schwarz-weiß Film. Schauplätze der Fotografien sind menschenleere Orte wie Straßen, Lichtungen und Wälder im Mühlviertel.

 

Die Kleine Erleuchtung – Kinderbuch – Jana Simbürger

Die Geschichte eines Mönchleins, welches zufrieden werden wollte. 27 Seiten von Hand illustriert.

 

Die Nase – Zine – Sarah Schmidt

26-seitiger Comic, der sich auf die Kurzgeschichte „Die Nase“ des russischen Dichters Nikolai Wassiljewitsch Gogol aus dem Jahre 1836 bezieht. Inhalte der Lehrveranstaltung zur Erzählperspektive und Figurenkonstellation finden sich in bildlicher Umsetzung wieder. Die Zeichnungen wurden analog angefertigt und digital koloriert. Das Heft wurde am Kopierer der Kunstuniversität gedruckt und geklammert.

 

Mending is Ending – Lena Pöschko

Die 3-minütige Audioarbeit entstand im Wintersemester in der Lehrveranstaltung „Erzähltheorie“. Das Buch „A Brave New World“ von Aldous Huxley diente als Inspiration, vor allem das Zitat „Ending is better than mending“ (dt. etwas zu enden/zerstören ist besser als es auszubessern/zu reparieren). In der Soundarbeit setze ich die indoktrinierte Gesellschaft des Buchs, mit der heutigen Konsumgesellschaft gleich. Der schnellerwerdende und letzten Endes verstummende EKG-Herzschlag steht für den Tod des Individuums.

 

Prüfungsangst – Petra Weixelbraun

In diesem Projekt für die Lehrveranstaltung Sound 1 wurde Mithilfe alltäglicher Geräusche versucht, das Gefühl von Prüfungsangst nachzuempfinden, wobei sich dieses Angstgefühl durch eine Collagierung dieser Geräusche stetig intensiveren soll.

 

Dirty Water – Patric Kronlachner

Ein Versuch mit verschiedenen Geräuschen, die von Wasser verursacht werden, eine Klangkulisse zu schaffen, die an das Musikgenre „Grunge“ angelehnt ist. Dabei steht weniger das Schaffen eines melodischen, stimmigen Musikstücks im Zentrum der Arbeit, sondern die Auseinandersetzung mit einzelnen Klängen und deren Zusammenspiel – wodurch eine Art Dialog entsteht.

 

Waldläufer – Iris Reisenberger

Forest meets bass: die Geräuschkulisse des Kürnberger Waldes trifft auf atmosphärische, elektronische Klänge.

 

Friendly Reminder – Petra Weixelbraun

In Zeiten von Isolation und der dadurch resultierenden scheinbaren Einsamkeit, habe ich mir im Zuge von „Sound II“ vorgenommen, eine Audio-Collage meinen langjährigen Freunden zu widmen. Selbst in tristen Zeiten wie diesen, sprechen wir uns via Skype und WhatsApp Sprachnachrichten Trost zu und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen. Diese Arbeit besteht aus Sprachnachrichten von zehn Personen, welche über die Frage „Was bedeutet (unsere) Freundschaft für mich?“ laut reflektierten und diese mir zukommen ließen. Einige Ausschnitte wurden schließlich zu einem 2-minütigen Track zusammengefügt.

 

Leere Räume – Lena Klausriegler

Die Found-Footage Videoarbeit setzt sich mit dem Thema „Leere Räume im Film“ auseinander. Die Coronakrise und der damit verbundene Lockdown, hat die Ausgangsidee für meine Videoarbeit gegeben. Ich möchte in meiner Arbeit den einschneidenden Kontrast von zuvor dichten Menschenmassen zu völlig leeren Räumen zeigen. Das Gefühl der lebensleeren Straßen hat in mir in dieser Zeit großes Unbehagen hervorgerufen – ich denke damit bin ich nicht allein. In meiner Videoarbeit habe ich mich aber auf leere Innenräume beschränkt, weil eben nicht nur die leeren öffentlichen Plätze, sondern auch geschlossene Privaträume davon betroffen sind. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses unsichere Gefühl noch stärker sein kann, wenn man sich alleine durch geschlossene leere Räume bewegt. Die Auswahl des gezeigten Found-Footage Materials, ist meiner persönlichen „Watchlist“ begründet – Filme für die ich mir ohne des Lockdowns, wahrscheinlich noch länger keine Zeit einräumen hätte können.

 

Grenzerfahrung – Lena Klausriegler

Ich möchte beim Betrachter eine gewisse Überforderung auf der visuellen und auditiven Ebene hervorzurufen. Der Betrachter soll dem Bild nicht entkommen. Sollte man dies auf die Spitze treiben, das Video im Loop öfters ansehen und sich von der physischen Größe der Bewegtbildpräsentation im Ausstellungskontext einlassen, könnte man auch einen ekstatischen Zustand erreichen. Die hörbaren Kommentare von Mensch und Maschine, stellen Fragen und Statements, die den (Alltags-)Wahnsinn, den wir jeden Tag erleben müssen, beschreiben.

 

Sounds Of Pippilotta – Hokuspokus – Rosa Schwarz

Dieses Video zeigt einen Zusammenschnitt aus einer Soundaufnahme mit einer Länge von 10 Minuten. Begleitet wurde ein dreijähriges Kind, Pippilotta, bei einem Spaziergang an der frischen Luft. Alle Aussagen und Worte waren unaufgefordert gefallen. Die Visualisierung durch Schrift und Bild soll einerseits eine humorvolle Richtung angeben und gleichzeitig die Art der Betonung des Kindes zeigen. Da diese Soundcollage eine Momentaufnahme der sprachlichen Entwicklung ist, finde ich das Festhalten und Visualisieren der Sprache sehr spannend, eventuell auch mit dem Ausblick diese Serie weiterzuführen.

 

Sounds Of Pippilotta – Am Mikrophon – Rosa Schwarz

Thema des Videos ist die Sprachentwicklung eines dreijährigen Kindes. Das Video ist nicht nur eine Momentaufnahme der Sprache des Kindes, sondern auch ein Festhalten und Visualisieren des spielerischen Entdeckens von Sprache. Entstanden sind die Aufnahmen dadurch, dass das dreijährige Kind kontextlos ein Mikrofon in die Hand bekommen hat. Die Visualisierung durch Text zeigt meine Auseinandersetzung mit dem Sprachspiel. Höhen und Tiefen. Schnelligkeit und Betonung werden durch die Schrift nochmal verdeutlicht. Die Bilder zeigen meine Assoziation.

 

Constellations – Jana Simbürger

Das Video ist eine visuelle Fragestellung danach, was Balance ist. Ein emotionaler Zugang in den Mikrokosmos eines Menschen über Bilder und Körper. Von seiner Familie hin zu seinem Körper bis tief hinein in seine Gefühle.

 

Corona Haiku – Ronja Grögler

Ein Haiku, das meine Gefühlslage kurz nach dem Corona Lockdown beschreibt:

„Hab angehalten.
Wie das System erhalten?
Die Welt gespalten.“

 

Wald – Denis Koller

„Ist es still oder nicht? Wer versteckt sich im Wald?“

 

Die Pfefferminze – Patric Kronlachner

Das Video stellt eine visualisierte Form eines Haikus dar und ist eine Ode an den Pfefferminztee. In drei Bildern werden jeweils die einzelnen Zeilen des Haikus visuell umgesetzt. In sich geschlossen bilden die Bilder eine chronologische Abfolge der Schritte, die nötig sind, um aus der Pflanze das Heißgetränk herzustellen.

 

Silence-19 – Iris Reisenberger

Ziel von Silence-19 war es, die Stille im Wald neben einer viel befahrenen Straße während des Corona-Lockdowns, sowohl in Form von Bild und Ton einzufangen als auch mit Worten im Stil eines Haikus zu beschreiben.

 

Langsam wird der Blick – Rosa Schwarz 

„Alltag wird Urlaub
Wäsche hat Zeit zu trocknen
Langsam wird der Blick“

3 Zeilen, 3 Bilder. Eine Übung des Reduzierens. Die Frage nach dem „was ist wichtig, um eine Botschaft zu vermitteln?“. Braucht es Text? Braucht es Rhythmus durch Musik? Das Ergebnis zeigt, es braucht nicht viel: Entstanden in der Lockdown-Phase, ist dieses HAIKU Symbol für den entschleunigten Alltag, der sich dadurch ergab. „Langsam wird der Blick“ – der Blick für die kleinen unauffälligen Momente des Alltags. Achtsamkeit und Vorsicht prägen diese Zeit.

 

Disconnected – Jana Simbürger

Experimentalvideo das aus diversen Quellen zusammengetragen aus seinem ursprünglichen Kontext gelöst, und neu gedeutet wurde.

„Rauschende Lungen
Bläschen der Isolation
So Disconnected.“

 

Musik der Herzen – Petra Weixelbraun

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Video sollte ein kurzes Video-Haiku zueinem beliebigen Thema gedreht werden. Als Thema wurde hierbei das Thema Stille und Isolation gewählt, welches in einem Haiku und drei dazu passenden Bildern umgesetzt wurde.

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