Und in der Mitte, da sind wir

Screening und Gespräch mit dem Filmemacher

Und in der Mitte, da sind wir

Ein Film von Sebastian Brameshuber
Dokumentarfilm, Österreich, 2014, 91 min.,deutsch OmeU

25. Oktober 2017, 13:30 Uhr
Moviemento, Kino 3
OK Platz 1, 4020 Linz
Freier Eintritt für Studierende der Kunstuniversität Linz

Synopsis

Andi spielt E-Gitarre und ist Waffennarr. Michi hofft, mit seinen Doc Martens auf der richtigen Seite zu sein. Ramona sucht eine Lehrstelle und will partout ein Lippen-Piercing. Die drei 15-Jährigen leben in Ebensee, einem kleinen Ort in Österreich, wo Jugendliche 2009 die jährliche Feier zum Gedenken an die Toten des ehemaligen Konzentrationslagers mit Softguns störten.
Auf Michis Computer findet sich ein Volkslied über sein Heimatdorf „an der grünen Traun“ genauso wie der Song „Punk war ich schon als Kind“. Wenn man ihn dann noch als Michael-Jackson-Imitator, bei der Brauchtumspflege mit Ratschen, Lederhose und Trachtenhut und beim Blödeln über Anti-Nazi-Graffiti erlebt, entsteht ein prägnantes Bild vom komplizierten Prozess jugendlicher Selbstfindung und Persönlichkeitsbildung. Und davon, wie kurz der Weg beim Wechseln unterschiedlichster Identitätsentwürfe sein kann. Anhand von schön fotografierten Momentaufnahmen aus dem Alltag der Teenager im Verlauf eines Jahres sowie Aussagen von ihnen und ihren Eltern über den Umgang mit der NS-Zeit skizziert der Film darüber hinaus, auf welche Befindlichkeiten die offizielle Gedenkkultur heutzutage trifft. Nicht nur in Ebensee. (Berlinale)

Credits

Regie, Buch: Sebastian Brameshuber
Kamera: Klemens Hufnagl
Schnitt: Emily Artmann, Sebastian Brameshuber, Elke Groen
Sound Design: Marco Zinz
Ton: Marco Zinz, Hjalti Bager-Jonathansson
Produzentin: Gabriele Kranzelbinder

Sebastian Brameshuber

geboren 1981 in Gmunden, studierte Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien und zeitgenössische Kunst am Le Fresnoy, Studio national des arts contemporains in Frankreich. Sein zweiter Langfilm “Und in der Mitte, da sind wir” feierte seine Weltpremiere im Forum der Berlinale 2014 und war als “Bester Dokumentarfilm“ für den österreichischen Filmpreis nominiert.

sebastianbrameshuber.com