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Projektentwicklung in Kooperation mit der Gedenkstätte Mauthausen

In einer mehr als einjährigen inhaltlichen Auseinandersetzung mit Erinnerungs-, Gedächtniskultur und Vermittlungsarbeit an KZ-Gedenkstätten, wurden an verschiedenen Projektideen und deren konkreter Umsetzung gearbeitet.

Konzept

Hier steht das affektive Verarbeiten der persönlichen Eindrücke und Reaktionen am Ende eines Besuches in der Gedenkstätte im Vordergrund. Derzeit wird den Besucher*innen die Möglichkeit geboten, ihre Gedanken, Gefühle oder auch Botschaften auf kleinen Kärtchen zu sammeln und diese an den Wänden des Besucherzentrums zu hinterlassen. Davon ausgehend entwickelten wir die Idee, einen halboffenen Rückzugsort zu schaffen, um nach der emotionalen Herausforderung einen individuellen Moment der Ruhe zu finden und das Erlebte wirken zu lassen.

Dafür werden Sitzgelegenheiten geschaffen, die es den Besucher*innen ermöglichen, unbeobachtet und abseits des Treibens ihre Mitteilungen in Form von Text, Ton, Video, Fotografie, oder Zeichnung auf einem fix installierten Tablet einzugeben, aufzunehmen und zu speichern.

Die Eingabe erfolgt am Tablet über die eigens programmierte App und ist in wenigen Schritten sehr einfach zu bedienen. Sie erfolgt grundsätzlich anonym, es besteht jedoch die Option Herkunft und Alter bekanntzugeben. Besucher*innen können sich nach ihrer Eingabe entscheiden, ob diese veröffentlicht, oder nur für interne Forschungszwecke der Gedenkstätte genutzt werden kann. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Eingabe nur für diese spezifische Örtlichkeit, diesen konkreten Rückzugsort, freizugeben. In diesem Fall werden die Mitteilungen nur mit künftigen Besucher*innen am gleichen Ort – und dadurch auf sehr persönliche Weise geteilt. Entscheidet man sich zur Veröffentlichung seiner Mitteilung so wird sie allen Besucher*innen der Gedenkstätte auf einem Monitor oder einer Videoprojektion zugänglich gemacht.

Das Design der Sitzmöglichkeit spielt eine wichtige Rolle, da diese gleichzeitig einladend, aber auch sofort als individuelle, halboffene Rückzugsmöglichkeit wahrgenommen werden soll. In der ersten Projektphase kann ein einzelner Prototyp angefertigt werden, die Platzierung ist flexibel und unabhängig von einer bestimmten Örtlichkeit innerhalb der Gedenkstätte, es sollten jedoch möglichst viele Besucher*innen am Ende ihres Besuches an diesem Ort vorbeikommen. Bei mehreren Objekten muss die offene Gesamtform der Anordnung mitbedacht werden, sie sollten mit genügend Abstand voneinander platziert werden um den ungestörten Rückzug nicht zu beeinträchtigen.

Studierende: Christoph Flattinger, Lena Kalt, Michael Kramer, Anna Strasser, Betram Verdezoto Galeas, Reinhard Zach
Leitung: Stefan Sonvilla-Weiss
Mitbetreuung: Lisa Truttmann

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